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Kaffee richtig dosieren: Gramm pro Tasse

Zu dünn, zu bitter, zu sauer: Meist liegt es nicht an der Bohne, sondern an der Dosierung. Wer Kaffeepulver nach Gefühl in den Filter löffelt, bekommt jeden Morgen ein anderes Ergebnis. Mit einer Waage und einem festen Verhältnis wird dein Kaffee dagegen Tag für Tag gleich gut.

Die Grundregel: Verhältnis statt Löffel

Ein gehäufter Löffel ist keine Maßeinheit, je nach Bohne und Mahlgrad wiegt er zwischen fünf und neun Gramm. Rechne deshalb in Gramm. Als Startpunkt für Filterkaffee gilt ungefähr 1 Teil Kaffee auf 16 Teile Wasser, also etwa 60 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser oder 6 Gramm auf eine Tasse mit 100 Millilitern. Für eine große Tasse mit 250 Millilitern sind das rund 15 Gramm.

Richtwerte für die gängigen Zubereitungen

Das sind Ausgangswerte. Dein Geschmack, deine Bohne und dein Gerät dürfen davon abweichen.

Mahlgrad passend zur Zubereitung

Je kürzer das Wasser mit dem Pulver Kontakt hat, desto feiner wird gemahlen. Espresso braucht ein feines Pulver, weil das Wasser nur wenige Sekunden durchläuft. Die Stempelkanne dagegen lässt Wasser und Kaffee minutenlang zusammen, hier wäre feines Pulver schnell bitter und schlammig. Merke dir die Faustregel: Schmeckt der Kaffee sauer und dünn, war er zu grob gemahlen oder zu kurz in Kontakt. Schmeckt er bitter und trocken im Abgang, war er zu fein oder zu lange.

Wassertemperatur und Zeit

Für Filter und Handaufguss passt Wasser knapp unter dem Siedepunkt, also etwa 92 bis 96 Grad. Lass frisch gekochtes Wasser kurz stehen, bevor du aufgießt. Beim Handfilter gießt du in mehreren Schüben, die gesamte Durchlaufzeit liegt oft bei zwei bis drei Minuten. Wichtig ist nicht die exakte Zahl, sondern dass du sie jedes Mal ähnlich einhältst.

So tastest du dich an deinen Geschmack heran

  1. Starte mit 1:16 und notiere Menge, Mahlgrad und Zeit.
  2. Koste ohne Milch und Zucker.
  3. Ändere nur eine Sache pro Versuch: entweder die Menge oder den Mahlgrad.
  4. Ist er zu schwach, nimm ein bis zwei Gramm mehr Pulver pro Tasse.
  5. Ist er bitter, mahle etwas gröber oder verkürze die Zeit.
  6. Schreibe dein gelungenstes Ergebnis auf und halte es als dein Standardrezept fest.

Ein Rechenbeispiel

Du möchtest eine Kanne mit 600 Millilitern Filterkaffee kochen. Bei 1:16 teilst du 600 durch 16 und erhältst gut 37 Gramm Pulver. Wiegst du 38 Gramm ab, passt das. Magst du ihn kräftiger, wähle 1:14 und rechne 600 durch 14, das sind knapp 43 Gramm. So findest du ohne Raten schnell zu deiner Lieblingsstärke und kannst sie jedes Mal wiederholen, auch wenn du für Gäste die doppelte Menge kochst.

Typische Fehler

Häufig wird zu wenig Kaffee für zu viel Wasser genommen, das Ergebnis ist dünn und sauer. Ebenfalls verbreitet: Pulver, das schon wochenlang offen steht, zu altes Mahlgut oder ein Filter, der nicht vorgespült wurde und nach Papier schmeckt. Auch eine unregelmäßige Menge sorgt für Schwankungen. Bewahre Bohnen dunkel und luftdicht auf und mahle erst kurz vor dem Aufbrühen.

Eine feste Übersicht spart Rätselraten

Wenn mehrere Leute im Haushalt Kaffee kochen oder du zwischen Filter, Stempelkanne und Espresso wechselst, hilft eine Tabelle an der Wand. So musst du nicht jedes Mal nachschlagen oder neu probieren, sondern hast Gramm, Wasser und Mahlgrad im Blick.

Passend dazu

Im Shop gibt es die Übersicht Kaffee-Dosierung von Espresso bis Cold Brew, die Mahlgrad-Tabelle mit der Faustregel für sauer und bitter, die ruhige Grafik Mahlgrad-Skala und die Kaffee-Spezialitäten als Schichtbild. Alles sind digitale Vorlagen zum Selbstausdrucken. Weitere Übersichten findest du in der Küchenkunst-Übersicht.

Hinweis: Alle Mengen sind Richtwerte für den Einstieg, keine Vorschrift.

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